Filmtipp des Monats September:

 

The Road to Guantánamo

GB 2006 / 95 Min.

Regie: Michael Winterbottom, Mat Whitecross.

Darsteller: Farhad Harun, Arfan Usman, Rizwan Ahmed, Waqar Siddiqui, Asif Iqbal, Shafiq Rasul.

 

Die Story: Asif, ein junger Brite pakistanischer Herkunft, hat vor, sich im Herbst 2001 in Pakistan zu verheiraten. Er lässt seine Freunde Ruhel, Shafiq und Monir aus dem englischen Tipton nachkommen. In einer Mischung aus Abenteuerlust und dem Drang, der Bevölkerung zu helfen, beschließen die Vier nach Afghanistan zu reisen, das nach den Anschlägen des 11. Septembers in den Mittelpunkt des Weltinteresses gerückt ist. Es ist der Beginn eines zweijährigen Albtraums. Während der Rückreise geraten sie in Kampfhandlungen und werden von der Nordallianz festgenommen. Monir geht im allgemeinen Chaos verloren und die drei anderen kommen nur zufällig lebend davon. Nach mehreren Wochen Haft unter erbärmlichsten Bedingungen erscheint die vermeintliche Rettung in Gestalt amerikanischer Soldaten. Doch tatsächlich kommt es nur noch schlimmer: Die Drei werden als potenzielle Terroristen festgenommen und nach Guantánamo verfrachtet, in eine gesetzlose Zone, wo sich die Weltmacht USA von ihrer hässlichsten Seite zeigt…

 

Der Regisseur: Berlinale-Gewinner Michael Winterbottom erhielt für seinen dokumentarischen Spielfilm „Into this World“ bereits den Goldenen Bären. Zu seinen weiteren Filmen gehören „Welcome to Sarajevo“; „I love You“ oder „9 Songs“.

 

filminformer-Bewertung: Der englische Regisseur Michael Winterbottom zeigt das Schicksal dreier Muslime aus Großbritannien, die ohne Anklage zwei Jahre in dem Gefangenenlager Guantanamo Bay eingesperrt waren. Winterbottom verknüpft hierbei fiktive Handlungselemente, authentische Berichte und Interviews. Basierend auf wahren Begebenheiten, ist der Film eine wütende Anklage gegen das Vorgehen der USA. Ein filmischer Schlag in die Magengrube, der über weite Strecken nur die sinnlosen Schikanen und Folterungen in den amerikanischen Gefangenenlagern zeigt. Oberstes Ziel ist es, die Gefangenen zu brechen, sie dazu zu bringen, alles zuzugeben. Allerdings: Die drei haben nichts zu gestehen, sie sind unschuldig, hatten nie Kontakt zu Terroristen. Ein kafkaesker Albtraum. Wie bereits in „Welcome to Sarajevo“ mischt Winterbottom in seinem neusten Film gespielte Szenen mit echtem Nachrichtenmaterial und streut kurze Interviews mit dem echten Tipton-Trio dazwischen. Gefilmt wurde mit kleinem Budget auf Video, was dem Ganzen einen dokumentarischen Look verleiht und unterstreichen soll, dass hier nicht die Phantasie eines Drehbuchautors verfilmt wurde, sondern die brutale Wirklichkeit. Sehenswert!

 

-jvg

Bewertung: ****0                           

Deutschlandstart: 07. September 2006

 

Verleih: Falcom

 

 

 

Ein perfekter Platz

Frankreich 2006 / 105 Min.

Regie: Daniele Thompsons.

Darsteller: Cécile de France, Valérie Lemercier, Claude Brasseur, Dani, Christopher Thompson, Laura Morante, Albert Dupontel, Sydney Pollack.

 

Die Story: Jessica (Cécile de France) kommt aus der Provinz nach Paris, um ihr Glück zu finden. Den Weg ins neue Leben beginnt sie als Kellnerin in einer berühmten Bar gegenüber einem noch berühmteren Theater. Bei dieser Arbeit lernt sie einen bekannten, aber frustrierten Konzertpianisten, eine populäre, aber unzufriedene TV- und Theaterschauspielerin (Valérie Lemercier) und einen älteren Herrn (Claude Brasseur) mit junger Freundin und seinen Sohn (Christopher Thompson) kennen. Menschen, die sich neu orientieren wollen und dabei von der Liebe geprüft und geleitet werden...

 

Die Stars: Cécile de France, Shootingstar aus "L'auberge espagnole - Barcelona für ein Jahr" und „In 80 Tagen um die Welt“, spielt das charmante Provinzgirl Jessica, das in Paris sein Glück machen will. Hollywoodveteran Sydney Pollack („Jenseits von Afrika“; „Sabrina“) spielt einen berühmten amerikanischen Regisseur. Schauspieler und Sänger Claude Brasseur („Die Dame vom Palast Hotel“) rundet dieses durch alle Generationen gehende Star-Ensemble ab.

 

Die Regisseurin: Die dritte Regiearbeit der renommierten Autorin Daniele Thompsons ist etwas brav und altmodisch. Sympathisch und schwerelos beschreibt sie Wendemarken im Leben der Protagonisten.

 

filminformer-Bewertung: Wie prägende Momente im Leben von Regisseurin Daniele Thompsons, der Tochter des Komödienveteranen Gérard Oury, spielt auch ihr Film im Umfeld von Kunst und Künstlern. Das in Zusammenarbeit mit ihrem Sohn und Ensemble-Mitglied Christopher entstandene Drehbuch pflegt das Wort zwischen Witz und Weisheit, ist im Ton eher französisch-burlesk als bissig. Auch wenn die Figuren, wie auch die entwickelte Geschichte, unter ihren Möglichkeiten etwas harmlos bleiben, ist der Sympathiefaktor dieser Komödie neben den Darstellern ihr wichtigstes Attribut. Schließlich triumphiert die Liebe und das hat im Unterschied zu dieser Komödie zeitlose Qualität.

–jvg

Bewertung: ***00

Deutschlandstart: 31. August 2006

 

Verleih: Tobis Film

 

 

 

 

 

 

Adams Äpfel

Dänemark 2005 / 115 Min.

Regie: Anders Thoma Jensen.

Darsteller: Ulrich Thomsen, Mats Mikkelsen, Paprika Stehen, Nikolaj Lie Kaas, Nicolas Bro, Ali Kazim.

 

Die Story: Der gewalttätige Neonazi Adam (Ulrich Thomsen) kommt aus dem Gefängnis zur Resozialisierung aufs Land. In der Abgeschiedenheit bei Pfarrer Ivan (Mats Mikkelsen) trifft er noch zwei Bewohner, den Trinker und Kleptomanen Gunnar, sowie den arabischen Tankstellenräuber Khalid. Ivan will, dass Adam sich ein Ziel setzt, und der sagt bloß spöttisch, er wolle einen Apfelkuchen backen. Doch der Apfelbaum wird von Krähen und Würmern schwer heimgesucht. Und Ivan entpuppt sich als entrückter Tyrann, der keine Widerworte duldet. Adam schlägt den Pfarrer brutal zusammen und erfährt von einem Arzt, dass Ivan eine traumatische Vergangenheit hatte, die er komplett verdrängt, und noch dazu einen Tumor im Kopf. Adam will Ivan den Glauben nehmen, der ihn am Leben hält. Die Konflikte in der kleinen Gruppe eskalieren.…

 

Die Stars: Ulrich Thomsen wurde durch den ersten Dogma-Film „Festen – Das Fest“ bekannt und war zuletzt in „2 Brüder“ zu sehen. Mats Mikelsen wird im neuen James Bond Film „Casino Royal“ als Gegenspieler von 007 zu sehen sein. Er war in Filmen wie „Wilbur wants to kill himself“ oder „Flickering Lights“ zu sehen.

 

Der Regisseur: Anders Thomas Jensen hat eigentlich fast jedes Drehbuch der in den letzten Jahren bekannt gewordenen dänischen Filme geschrieben. Dazu gehören „Mifune“, „In China essen sie Hunde“ oder „Skagerak“. Zu seinen eigenen Regiearbeiten gehören auch noch „Flickering Lights“.  

 

filminformer-Bewertung: Die Skandinavier sind auf dem besten Wege, die Engländer in Sachen trockenen und bitterbösen Humor abzulösen. Dies beweist auch „Adams Äpfel“, der zudem auch noch durch seine tolle Charakterentwicklung, sowie den durchweg überzeugenden Darbietungen des dänischen Casts zu gefallen weiß. Die kammerspielartige Konfrontation in der Einöde findet vor imposantem Wolkenhimmel statt, oder in Räumen, in denen ein entrücktes bläuliches Licht schimmert. Der Film entwickelt eine Atmosphäre der trügerischen Ruhe, in der man Fährten zu erkennen glaubt, die oft in Sackgassen führen. An skurrilen, ja makabren Einlagen herrscht kein Mangel. Als Adam den Pfarrer ins Herz getroffen hat, wendet sich das Blatt. Wer letztendlich wen bekehrt, ob das Gute oder das Böse siegt, und was die unglaublichen Vorkommnisse zu bedeuten haben, das bleibt ein Labyrinth zum Grübeln. Sehr unterhaltsam mit einem kleinen bisschen biblischer Weisheit.

-jvg      

Bewertung: ****0

Deutschlandstart: 31. August 2006

 

Filmverleih: Delphi Filmverleih

 

 

 

 

 

 

Thank You for Smoking

USA 2006 / 92 Min.

Regie: Jason Reitman.

Darsteller: Aaron Eckhart, Maria Bello, Cameron Bright, Adam Brody, Sam Elliott, Katie Holmes, Rob Lowe, William H. Macy, J.K. Simmons, Robert Duvall.

Die Story: Nick Naylor (Aaron Eckhart) ist Sprecher von Big Tobacco. Nach einer zynisch parierten Attacke in einer TV-Talkshow über Lungenkrebs, sieht das väterliche Urgestein von Big Tobacco (Robert Duvall) Handlungsbedarf für eine Imagepolitur und Nick als seine beste Waffe im Kampf gegen die Anti-Raucher-Hysterie. Auf einem Businesstrip nach Kalifornien soll Nick nicht nur den echten, todkranken Marlboro-Mann zur Annahme von Schmerzens- und Schweigegeld bringen, sondern auch mit Hilfe eines Poweragenten (Rob Lowe) Rauchen im Hollywoodkino wieder populär machen. Auf dieser Geschäftsreise wird der Advokat des Teufels von Fundamentalisten entführt, von einer skrupellosen Journalistin manipuliert, aber auch von seinem Sohn, der ihn begleitet, moralisch geläutert.…

Die Stars: Sensationelles Ensemble mit Aaron Eckhart („Reise zum Mittelpunkt der Welt“), Katie Holmes („Batman Returns“), Robert Duvall („Der Pate I & II“) oder William H. Macy („Fargo“).

 

Der Regisseur: Jason Reitman ist mit den eher grobgestrickten Komödien seines Vaters Ivan ("Kindergarten Cop", "Ghostbusters") aufgewachsen, ohne sichtbaren Schaden genommen zu haben. Nach einer Reihe von ungewöhnlichen Kurzfilmen, darunter "Consent" und seine absurde sexuelle Vertragsverhandlung unter Teenagern, hat er auch mit seinem ersten Langfilm den komödiantischen Gencode seines Vaters gelöscht.

 

filminformer-Bewertung: Mit einer galligen Satire über die Corporate Culture, politische Korrektheit und das Konzept persönlicher Freiheit gibt Ivan Reitmans Sohn Julian ein beachtliches Regiedebüt. Dieser glänzend besetzte Ensemblefilm hat rabenschwarzem Humor und ist frei von Betroffenheitspathos, ja geradezu durchtrieben Amerika-kritisch und gleichzeitig in seinen verteidigten Werten, wie Meinungsfreiheit oder Familie, doch sehr amerikanisch. Perfide und frech benutzt der Film Mittel der Rhetorik, die mit nationaler Begeisterung in Schulen und Universitäten trainiert, in Debattierzirkeln und -Wettbewerben überprüft werden, um sie für Tabu-Themen einzusetzen. Lobbyisten der Waffen-, Alkohol- und Tabakindustrie erweisen sich als giftig-humorvolle, wort- und redegewandte Argumentierungskünstler in der Promotion der Produkte, die in Amerikas Gesellschaft zunehmend unter Beschuss geraten. Ein böser und sehr sehenswerter Film!

-jvg      

Bewertung: ****0

Deutschlandstart: 31. August 2006

 

Filmverleih: Fox.

 

 

 

 

Bandidas

USA/ Frankreich 2006 / 93 Minuten

Regie: Joachim Roenning und Espen Sandberg.

Darsteller: Salma Hayek, Penélope Cruz, Steve Zahn, Dwight Yoakam, Sam Shepard, Denis Arndt.

Die Story: Um Land für eine Eisenbahntrasse zu erwerben, schickt eine New Yorker Großbank einen Vollstrecker mit treffenden Argumenten nach Mexiko. Schnell verlieren dort arme Menschen Grund und Boden sowie zwei Männer ihr Leben. Ihre Töchter stammen aus unterschiedlichen Milieus, finden aber im Hass auf die Großbank eine Gemeinsamkeit. Fortan überfallen sie deren Filialen, reifen zu Profis und echten Freundinnen....

Der Star: Die Mexikanerin Salma Hayek wurde durch „From Dusk til Dawn“ bekannt. Mit eigenen Produktionen wie „Frida“ wurde sie zur festen Größe. Die Spanierin Penélope Cruz wurde durch Pedro Almodóvars Filme bekannt und  machte in Hollywood Filme wie in dem Remake „Vanilla Sky“ in dem sie die gleiche Rolle spielte wie im Original „Abre los Ochos“.

Der Regisseur: Als Regisseure verpflichtete Produzent Luc Besson („Subway“; „Leon der Profi“) die norwegischen Clipspezialisten Joachim Roenning und Espen Sandberg für ihren Debütfilm.

 

filminformer-Bewertung: In der Welt des Fernsehens kaufen beste Freundinnen gemeinsam Designerschuhe, in der des Kinos drehen sie gemeinsam Filme, bei denen sie richtig Spaß haben dürfen. Vor der Kulisse Mexikos befreien die Freundinnen Salma Hayek und Penélope Cruz das ausgebeutete Volk und sich selbst von dem Druck, endlich einmal als Duo vor die Kamera zu treten. Als Wohltäter brachte sich Produzent Luc Besson ins Spiel, der nach einem Frühstück mit Hayek die Spontanidee servierte und drei Monate später mit seinem Stammautor Robert Kamen das fertige Drehbuch lieferte. Die offensichtlichen Anleihen bei "Viva Maria" richten reputationsmäßig keinen größeren Schaden an, weil auch Louis Malles turbulenter Mix aus Revolution und Revue keine kritiklose Heiligenverehrung verdient. Zwischen ihren Raubzügen prügeln sich die Damen, retten sich aus Stromschnellen, trainieren mit Steve Zahn den Zungenkuss und ergeben sich einer visuell attraktiven, slapstickreichen Actionkomödie, deren scharfe Munition exklusiv in ihren reizvollen Blickfängern zu finden ist. Typisches Popcorn-Kino à la Luc Besson.

-jvg      

Bewertung: ***00

Deutschlandstart: 31. August 2006

 

Filmverleih: Universum

 

 

 

 

 

  

Kurzbelichtet:

 

Das Parfüm – Die Geschichte eines Mörders

Im Jahre 1738 wird im größten Dreck des Pariser Fischmarktes ein Kind namens Jean-Baptiste Grenouille geboren. Nach der Verhaftung und Hinrichtung seiner Mutter wegen versuchten Kindsmordes wächst der Kleine in einem Waisenhaus auf. Er kann kaum sprechen, doch sein Geruchssinn ist extrem ausgeprägt. Nach einigen Jahren als Gehilfe eines Ledergerbers lernt Grenouille (Ben Whishaw) bei dem Parfümeur Baldini (Dustin Hoffman), der ihn vom Gerber wegen seines unglaublichen Geruchssinn kauft. Jean-Baptiste ist besessen von der Idee, menschliche, oder besser gesagt weibliche Düfte zu konservieren. Schon bald kommt es zu einer Mordserie an Mädchen von eigener Schönheit…

 

filminformer-Bewertung: Produzent Bernd Eichinger („Der Untergang“) und Regisseur Tom Tykwer („Lola rennt“; „Der Krieger und die Kaiserin“; „Heaven“) haben mit großem Aufwand und ebensolchem Budget die Verfilmung des Bestsellers von Patrick Süskind umgesetzt. Die Bildsprache Tykwers ist wie gewohnt innovativ und teilweise berauschend. Bis in die kleinste Rolle wurden tolle deutsche Sternchen besetzt. Allein das Drehbuch hat einige Durchhänger und macht die gefühlte Länge noch Sitzfleisch-marternder als die 147 Minuten sowieso schon sind. Irgendwie schafft der Film es nicht über die gesamte Länge zu fesseln, obwohl das Potential definitiv da gewesen wäre. Vielleicht hätte eine beherztere Arbeit im Schneideraum den Film zum wirklich großen Wurf gemacht. Dennoch, zumindest was die Ausstattung angeht, großes Kino!

-jvg

Bewertung: ***00

Start: 14. September 2006

 

Filmverleih: Constantin

 

 

Snakes on a Plane

FBI-Agent Nelville Flynn (Samuel L. Jackson) befindet sich an Bord eines Passagierflugzeugs, um einen Kronzeugen von Hawaii nach Los Angeles zu überführen. Damit die Maschine inklusive Zeuge L. A. aber nie erreicht, hat ein Syndikatsboss, den der Zeuge bei einem Mord beobachtete, einen ganzen Schrank voll wahnsinnig gewordener Giftschlangen an Bord geschmuggelt. Durch Pheromone richtig schön irre gemacht übernehmen die Kriechtiere ziemlich schnell das Kommando an Bord der 747. Flynn, die Crew und eine Gruppe überlebender Passagiere kämpfen gegen den Absturz der Maschine, denn die Giftschleudern haben die Piloten und erhebliche Teile der Elektronik lahmgelegt….

 

filminformer-Bewertung: Mit seinen vorangegangenen Arbeiten "Final Destination 2" und "Cellular" hat sich David Ellis als einer der führenden Regisseure der neuen Welle von B-Filmen etabliert. "Snakes on a Plane" - mehr als den Titel muss man tatsächlich nicht wissen, um genau zu wissen, worum es in dem Film geht - ist ein ziemlich gelungener B-Movie - nicht zuletzt, weil Samuel L. Jackson noch cooler ist als alle kaltblütigen Giftschlangen zusammen. Der Film nimmt sich angenehm wenig ernst. Ziemlich hoher Erschreckfaktor. A very good, bad movie!

-jvg

Bewertung: ***00

Start: 07. September 2006

 

Filmverleih: Warner

 

Cars

Lightning McQueen ist ein getuntes knallrotes Sportauto mit übergroßem Ego und ebenso großen Träumen. Unbedingt will der flotte Flitzer an einem großen Rennen teilnehmen, um dort ganz groß rauszukommen. Doch der Weg zur Rennstrecke ist dorniger, als Lightning sich das ausgemalt hat. Auf dem Weg wird er in dem Wüstenkaff Radiator Springs aufgehalten, wo er neben wichtigen Lebenslektionen auch die wahre Bedeutung von Freundschaft und Familie erfährt…

filminformer-Bewertung: Siebter CGI-Kinofilm aus dem Hause Pixar, bei dem wieder Firmenchef John Lasseter nach einem eigenen Drehbuch die Regie übernahm (erstmals seit "Toy Story 2"), um die Geschichte eines Sportautos mit großen Träumen zu erzählen. Wie immer bei Lasseter handelt es sich um eine archetypisch amerikanische Geschichte, die mit der gewohnten technischen Brillanz und dieses Mal leider etwas sparsam mit dem cleveren Pixar-Humor umgesetzt wurde. Gott sei Dank gibt es den sensationellen und gewohnt subversiven Vorfilm „The One Man Band“, der für den schwächsten aller bisherigen Pixar-Filme ein wenig Entschädigung bietet.

-jvg

Bewertung:**000

Deutschlandstart: 07. September 2006

 

Verleih: Buena Vista

 

Between the Lines

Indien hat ein sogenanntes drittes Geschlecht. Eine Dokumentation über Menschen, die weder Mann noch Frau sind: die Hijras Indiens. In eine ungewöhnliche, schrille, bunte, aber auch harte und gefährliche Welt führt "Between the Lines". Nähert sich einem Phänomen, das beim europäischen Zuschauer Befremden, Verwunderung, Verunsicherung hervorruft. Drei Hijras stehen im Zentrum des Interesses, Laxmi, Rhamba und Asha, eine knallharte Femme fatale, eine unheilige Heilige und ein gebrochener Engel. Durch Khemka, eine junge Fotografin, kommt Thomas Riedelsheimers ("Rivers and Tides") wunderbar schnörkellose Kamera mit den Protagonisten ins Gespräch. Sie rückt nah ran, wenn Laxmi über sein schwieriges Doppelleben räsoniert, Go-Go-Tänzerin Rhamba von einer Riesen-Hochzeit träumt und Asha von seinen 17 Jahren als Hure erzählt.

 

filminformer-Bewertung: Tief in die Menschen und ihre Geschichten taucht dieser bewegende, intensive Film, der nie (ver)urteilt, ein. Im besten Sinn bildet er ab, zeigt, erläutert, verweigert sich dabei jedoch dem Voyeurismus und der Spekulation. Auszeichnungen gab's dafür, unter anderem den Zuschauerpreis in Turin oder den Vision Award beim Max Ophüls Filmfest.

-jvg

Bewertung: ***00

Start: 31. August 2006

 

Filmverleih: Stardust

 

 

Confetti – Heirate lieber ungewöhnlich

Das angesagteste britische Hochzeitsagazin „Confetti“ schreibt zur Auflagensteigerung den Wettbewerb aus, welche Paar die originellste Hochzeit des Jahres auszurichten vermag. Drei Paare kommen in die engere Wahl: Josef und Isabelle planen eine glamouröse Tennis-Hochzeit, Matt und Sam wollen ihre Liebe zu amerikanischen Musicals ausspielen, obwohl sie nicht singen können, und Michael und Joanna planen, eine Nudisten-Hochzeit und wollen splitterfasernackt vor den Traualtar treten…

filminformer-Bewertung: Komplett improvisierte Pseudo-Doku, wie sie Christopher Guest ("Waiting for Guffman", "Best in Show") mit seinen Filmen seit Jahren vorexerziert. Diese mäßig witzige britische Variante von Regisseurin Debbie Isitt folgt im Stil einer investigativen Reportage drei Paaren, die an einem Hochzeitswettbewerb teilnehmen. Bekanntester Darsteller im ausgezeichneten Ensemble ist Martin Freeman, der zuletzt in "Per Anhalter durch die Galaxis" zu sehen war, den man aber vor allem aus "The Office" kennt, dem Original der deutschen TV-Serie „Stromberg“.

-jvg      

Bewertung: *0000

Deutschlandstart: 07. September 2006

 

Verleih: Fox

 

 

S.H.I.T. – Die Highschool GmbH

Weil sie nach der x-ten Ablehnung keine Aussicht haben, in einem College aufgenommen zu werden, geben sich Bartleby "G" Gaines (JustinLong) und seine Kumpels nach Abschluss der Highschool kreativ. Sie eröffnen in einem leerstehenden Irrenhaus einfach ihr eigenes College - das South Harmon Institute of Technology S.H.I.T. - mit dem Onkel eines Kumpels, einem verkrachten, anarchistischen Ex-Pauker als Direktor. Wieder Erwarten wird das College zum Erfolg: Hunderte anderer abgelehnter Hochschüler verlangen nach Einlass, denn auf der selbstgestrickten Homepage gab es einen kleinen Fehler. Nun muss kurzfristig ein realexistierender Uni-Betrieb organisiert werden...

filminformer-Bewertung: Mit einer höchst ungewöhnlichen Komödie mit subversiven Untertönen gibt Steve Pink, bislang bekannt als Drehbuchautor der tonal ähnlichen John-Cusack-Hits "High Fidelity" und "Ein Mann - Ein Mord", sein Regiedebüt. Das Drehbuch, das seine Gags ebenso mühelos landet wie seine Kritik am überholten Bildungssystem der USA, war Gegenstand eines größeren Bieterkriegs und findet nun als pfiffiger Stoff in der Tradition von "Ich glaub', mich tritt ein Pferd" den Weg auf die Leinwand.

-jvg

Bewertung: ***00

Start: 07. September 2006

 

Filmverleih: UIP

 

 

 

Drum Bun

Martins Vater ist bei einem Jagdunfall in Rumänien ums Leben gekommen. Also macht sich sein Sohn (Felix Theissen) auf in das fremde Land, dessen Sprache er nicht spricht. Die Schwierigkeiten lassen nicht lange auf sich warten: seine Brieftasche geht verloren, ein zwielichtiger Autohändler dreht ihm eine Schrottkarre an, die rumänischen Behörden machen Stress. Und dann ist da noch die ungarische Witwe, die die Leiche bereits abgeholt hat und ins Krematorium bringen lassen will…

filminformer-Bewertung: Bedient „Drum Bun“ anfänglich bestehende Klischees und Vorurteile gegenüber Osteuropa, so führt er dies in der zweiten Hälfte ad absurdum. Das sympathische Road-Movie, dessen Geschichte partiell etwas konstruiert wirkt, überzeugt vor allem durch seine Darsteller und die schönen Landschaftsaufnahmen.

-jvg      

Bewertung: ***00

Deutschlandstart: 14. September 2006

 

Verleih: Alpha Medienkontor http://www.drumbun-derfilm.de

 

 

Wie sehr liebst Du mich?

Die laszive Hure Daniela (Monice Belluci) wird in einer Nachtbar am Pigalle von den Männern umschwärmt, wie das Licht von den Motten. In der Überzeugung, er habe beim Lotto gewonnen, bietet Francois (Bernard Campan) der Schönen der Nacht an, gegen Bezahlung zu ihm zu ziehen. Daniela willigt ein und folgt ihm in seine Wohnung. Aber so leicht kann man eine Nutte nicht ans häusliche Leben gewöhnen, zumal ihr Zuhälter Charlie (Gérard Depardieu) die Entwicklung alles andere als lustig findet...

filminformer-Bewertung: Nach der eher unsäglichen Altherrenfantasie „Les cotelettes“ findet der ewige Agent provocateur Bertrand Blier („Die Ausgebufften“) mit einer abermaligen Variation seiner Lieblingsthemen (Sex, Unterwerfung, Macht) zu alter Form zurück und setzt Monica Bellucci endgültig ein Denkmal als Vollweib des neuen Jahrtausends. Mit ihr, Bernard Campan und Gérard Depardieu entwickelt der Altmeister nach eigenem Drehbuch eine schwelgerische Ménage à trois, bei der nicht nur die Schauwerte stimmen, sondern auch verblüffende Einblicke in die menschliche Psyche gewährt werden.

-jvg      

Bewertung: **000

Deutschlandstart: 31. August 2006

 

Verleih: Concorde

 

 

 

 

Water

Die Geschichte spielt 1938 im kolonialen Indien vor dem Hintergrund Mahatma Gandhis Aufstieg zur Macht. Die achtjährige Chuyia (Sarala) wird Witwe und muss in ein Heim, in dem hinduistische Witwen ihr Leben in Buße fristen müssen. Die lebhafte Ausstrahlung des kleinen Mädchens bringt das Leben der Bewohnerrinnen gehörig durcheinander, besonders das der jungen Witwe Kalyani (Lisa Ray), die sich in einen gebildeten Gandhi-Anhänger Narayan (John Abraham) verliebt. Doch ein trauriges Geheimnis, das Kalyani umgibt, verändert das Leben der beiden Liebenden für immer, und auch das der kleinen Chuyia…

filminformer-Bewertung: Der neue Film von Deepa Metha („Sam & Me“; „Camilla“; „Fire“; „Earth“;  „Bollywood/Hollywood“) ist der dritte Teil ihrer indischen Trilogie um die Elemente „Feuer, Wasser, Erde“ und versteht es auf eindringliche Weise die alten Werte und Normen der indischen Gesellschaft, ihr Kastensystem, sowie das beginnende Umdenken in dieser, durch den Einfluss Ghandis, in bewegenden Bildern einzufangen. -jvg

Bewertung: ***00

Start: 07. September 2006

 

Filmverleih: Universum Film

 

 

 

 

 

 

 

 

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